Review Langeln Open Air (05.07.2008)

Das L.O.A. ist ein kleines aber feines Festival, welches am 05.Juli 2008 zum dritten mal auf dem Hof zum Beekmoor in Langeln stattfand. Entstanden aufgrund privater Initiative einiger Bands, die in Langeln Ihren Proberaum haben, richtet es sich an ein breites Publikum. 
Familien mit kleinen Kindern, Teenies, Biker, Musikfans und auch die Langelner freuten sich über sehr günstige Eintritts- und Getränkepreise (Eintritt € 9,00 und z.B. Bier €1,50). Zu sehen gab es 11 Bands der unterschiedlichsten Stilrichtungen von Irisch inspiriertem Rock über Instrumentalmusik, Hardrock bis hin zu Punk in diversen Spielarten. In sehr entspannter und fast familiärer Atmosphäre konnte man in der Sonne oder im Schatten sitzen und bei gutem Sound und angenehmer Lautstärke verfolgen, was sich auf der Bühne tat.

 

Eröffnet wurde das Festival von Lukas, dem wahrscheinlich jüngsten Drummer im Norden. (Ich konnte ihn nicht in Action fotografieren, denn er war hinter dem Drumset nicht zu sehen.)

Den Anfang auf der Running Order machten Mutantenstadel mit Deutschpunk. Mit Titeln wie "Erbsensuppe" oder "Tote Katze", die mit ambitioniertem Sprechgesang intoniert wurden, konnten sie jedoch in der Mittagshitze noch nicht viele Besucher vor die Bühne locken. Ganz anders ChainRe.Action: Ihr Melodic Heavy Rock mit harten Gitarren und eingängigen Melodien, vorgetragen von Sängerin Conny begeisterte die Zuschauer. Es wurden Zugaben gefordert und beim letzten Song "Sweet Paradise", dessen Refrain einen 4/4 Takt hat, wurde sogar mitgeschunkelt. ChainRe.Action waren die Überraschung des Festivals. Sie haben beim nächsten Mal sicherlich einen Auftritt zu späterer Stunde verdient. random choice mit Frontfrau Hanna wussten mit Rockmusik, inspiriert von Irish Folk zu begeistern und schufen eine Atmosphäre, die prima zu dem an das Festivalgelände grenzenden Wald passte. Sehr gute geradlinige Rockmusik mit russischen Texten gab es von Slap zu hören. Auch wenn die Texte, die Sänger und Gitarrist Alex zum besten gab sicherlich nur von wenigen Besuchern verstanden wurden, so begeisterten Slap doch mit Ihrer Musik und der erst 16jährige Drummer spielte sich in die Herzen der Zuschauer. Shirley D Pressed bezeichneten sich als schnellste Band des Festivals, präsentierten Speedpunk und ließen sich auch von einigen kleinen technischen Pannen nicht irritieren. Chapter Four waren die dritte Band dieses Festivals mit weiblichem Gesang und spielten simpel gestrickte Rocksongs die Sängerin Amy mit einem souligen Touch in der Stimme gekonnt vortrug. Kamikasutra kamen ohne Gesang aus. Ihr instrumentaler Rock war mit Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug abwechslungsreich und interessant genug. Bassist Dale versprach jedoch, dass einige Texte in Arbeit wären und wir dürfen gespannt sein, wie Kamikasutra mit Gesang klingen werden.

 

Deutschsprachigen Hardrock mit kreativen Texten irgendwo zwischen Tomte und Ton Steine Scherben gaben Nuda Veritas zum Besten und wurden von dem inzwischen gut gefüllten Auditorium mit reichlich Beifall bedacht. Die meisten der jüngeren Besucher hatten jedoch hauptsächlich auf The Pushups gewartet deren Sänger Elvers mit Pete Doherty-Hütchen auf die Bühne kam. The Pushups brachten mit Ihrem Punk das Publikum in den vorderen Reihen zum Toben und es bildeten sich sogar ein Moshpit. Die Schäfer von Dead Shepherd konnten auf die angeheizte Stimmung aufbauen und Ihren Anarcho Rock mit deutschen Texten vortragen. Sänger Kai wusste das Publikum immer wieder zu provozieren und es wurde kräftig weiter gemoshed. Die letzte Band dieses Abends waren Elefants. Sie bezeichnen Ihre Musik etwas untertrieben als New New Wave, klingen aber eher nach Punk n' Roll oder The Clash auf Speed und konnten selbst zu später Stunde noch ihre Fans zum weiter Toben inspirieren. 

Fazit: Das L.O.A. 2008 war ein gut organisiertes, besucherfreundliches Festival mit jeder Menge eigenständiger und sehr kreativer Musik. Besonders hervorzuheben ist die entspannte fast schon chillige Atmosphäre. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich werde nächstes Jahr sicher wieder dabei sein. BP


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